Was ist ein MonoWheel?

Es sieht aus wie ein halbes Rhönrad, keine Griffe, keine Bretter, nur ein Reifen aus Stahl mit PVC beschichtet. Aber was macht man damit? Für den Rhönradturner ist klar, wenn es nicht von allein aufrecht steht, kann man damit nur Spirale (im Kreis) turnen. Aber das ist nicht ganz korrekt. Es gibt neben der Spirale noch 3 weitere Bewegungsarten im MonoWheel: Coin Spin, Basic Steps, Spinning.

Zur Erklärung:

- In der Spirale rollt der Reifen einen Kreis, der deutlich größer ist als der Reifendurchmesser. Der Kontakt zwischen Reifen und Boden wandert um den im Reifen stehenden Turner herum, genauso wie beim Rhönradturnen.

- Beim CoinSpin ist die Bewegung ähnlich. Der Kreis den das Rad am Boden beschreibt ist jedoch kleiner als der Reifendurchmesser und die Bewegung erinnert an eine Münze die auf der Tischplatte tellert.

- Spinning bedeutet, dass sich der Kontakt zwischen Reifen und Boden nicht bewegt und der Reifen um die Hochachse dreht. In dieser Bewegungsart scheinen Turner und Reifen an einer festen Position ihre Runden zu drehen

- Der BasicStep ist ähnlich dem Spinning eine Rotation um die Hochachse bei der aber der Kontaktpunkt auf einem Reifenabschnitt hin und her wandert. Dadurch entsteht eine Schaukelbewegung, die den Turner mitsamt dem Reifen durch den Raum wandern lässt. Ähnlich dem Wiegeschritt beim Walzertanzen wird diese Bewegungsart auch im Englischen als "Waltz" bezeichnet.

Es gibt in jeder Bewegungsart etliche Kombinationen von Körperpositionen und Haltungen von Gliedmaßen, die ein Fülle von verschieden Übungen ermöglichen, die mitunter einen weiten Bereich von Schwierigkeit abdecken. So ist es zum Beispiel deutlich einfacher zu erlernen, in der Spirale mit allen 4 Extremitäten am Reifen durch die Halle zu rollen, als sich im Spinning mit freien Beinen in der "Superman"-Haltung auf der Stelle zu drehen. Jede Bewegungsart hat eine vorgeschriebene Haltedauer, die der Turner in der jeweiligen Stellung verharren muss, um die jeweiligen Punkte anerkannt zu bekommen. Außerdem wird jedes Element mit mehr oder weniger Ausführungspunkten belohnt, die sich danach richten wie sauber der Radlauf und die Körperposition eingehalten wurden. Als dritter gleichberechtigter Teil gibt es für jedes Element eine Anzahl Punkte, die sich danach richten, wie gut die Übung mit der Musik harmoniert und wie gut die künstlerische Gestaltung gelungen ist.

Hat der Turner 10-12 Übungen im vorgegebenen Zeitraum gezeigt, ist seine Übung beendet. Er muss im Vorfeld insgesamt 12 Übungen beim Kampfgericht anmelden, die er zeigen möchte, jedoch gehen davon nur die 10 mit der höchsten Schwierigkeitswertung in die Gesamtwertung ein. Bei fehlenden Übungen oder nicht gezeigten Bewegungsarten sowie Zeitüber- und Zeitunterschreitung gibt es Punktabzug.

Maximalpunktzahl ist 60, von denen jeweils 20 auf die Schwierigkeit, Ausführung und künstlerische Gestaltung/Musikalität entfallen. Unter letzterer fällt auch die Bewertung des Kostüms, die Originalität der Übungen und Übergänge sowie der Gesamteindruck. Des Weiteren darf der Turner nur maximal 30 Sekunden während seiner Übung den Boden berühren, ansonsten gibt es weitere Abzüge.

Bei größeren Wettkämpfen wird im Vorfeld eine Auswahlrunde geturnt, bei der eine Punktesumme von Pflicht- und Kürübung darüber entscheidet, wer ins Finale kommt. Die Pflichtübung ist ebenfalls eine Übungsfolge von 10 Teilen, die der Turner im Vorfeld in beabsichtigter Reihenfolge beim Kampfgericht anmelden muss. Für die Auswahl der Teile gibt es Vorschiften. Beispielsweise müssen alle Bewegungsarten mit jeweils 2 Teilen vertreten sein und es sind Mindestschwierigkeiten vorgeschrieben. Es wird ohne Musik geturnt und ein bestimmter zeitlicher Rahmen ist einzuhalten. Dem Turner ist selbst überlassen, ob er seine Kürübung im Finale unverändert turnt, oder ob er seine Übung mit weiteren Schwierigkeiten aufwertet.

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