Der Lotto-OL lebt weiter

Neben dem Seesener Nacht-OL zählt der Mündener Lotto-OL zu den traditionsreichen, eher breitensportlich ausgerichteten Herbstveranstaltungen in Südniedersachsen. Erfunden und entwickelt wurde das Format in den 1980er Jahren von Walter Rehbein mit dem zentralen Bestandteil der „Ziehung“ der sechs Lotto „Zahlen“ (A oder B), was zu 64 möglichen Varianten auf den Stempelkarten der Teilnehmer führt.

Ja, ebenso wie in Seesen gibt es hier noch die alten Stiftzangen, und das ist gut so. Walter ist inzwischen 85 Jahre alt und hat sich vor zwei Jahren nachvollziehbar aus der Organisation verabschiedet, ließ es sich aber nicht nehmen, vorbeizuschauen und zumindest die sechs Lotto-Posten abzuwandern. In seine Fußstapfen ist zum Glück nun ein junges Team der TG Münden getreten, angeführt von Dorothea Kirves und Ann-Charlotte Spangenberg.

Massiv erschwert wurde der Start des Teams durch die Corona-Pandemie, die im letzten Jahr eine Durchführung unmöglich machte und auch jetzt für große Schwierigkeiten sorgte. Dank eines gut durchdachten Hygienekonzeptes auf Basis von „2G“ für über 18jährige und „3G“ für Jüngere konnte am 21. November die 31. Auflage des Lotto-OLs doch noch stattfinden, und es kamen knapp 100 Teilnehmer aus Südniedersachsen und Nordhessen. Ausgangspunkt war das Dorfgemeinschaftshaus in Oberode bei Hedemünden.

Die 15 Posten, sechs Lotto-Posten und neun freie Posten, lagen gut verteilt im Dorf und auf den Wiesen drumherum mit vielen Möglichkeiten der Anlauffolge, so dass die Läufer nach dem gemeinsamen Start um 10 Uhr schnell verteilt waren. Fast alle kamen innerhalb der angesetzten Maximalzeit von 60 Minuten zurück.

Die schnellsten Zeiten mit allen Posten erreichten Ole Hennseler (21 Min.) bei den Herren und Birte Friedrichs (26 Min.) bei den Damen, beide vom MTV Seesen, der auch die Mannschaftswertung für sich entscheiden konnte. In der Wertung um den Jugendpokal (bis 16 Jahre) gewann knapp die TG Münden vor dem OLV Uslar und dem MTV Seesen.

In der Sporthalle des Dorfgemeinschaftshauses konnten mit viel Platz und Abstand Kaffee und Kuchen sowie Kartoffelsalat und Würstchen angeboten werden, was sehr gut ankam. Abschließender Höhepunkt war die von allen mit Spannung erwartete „Ziehung“ der Lotto-Zahlen beziehungsweise -Buchstaben, wobei es diesmal zum ersten Mal seit langem niemanden gab, der alle Sechs richtig hatte, wohl aber zwei Läufer mit Null Richtigen, was genauso wahrscheinlich ist.

Ein großer Dank geht an das Organisationsteam der TG Münden, das aus den schwierigen Rahmenbedingungen das Beste gemacht hat, verbunden mit der Hoffnung, dass es in den nächsten Jahren wieder leichter wird. Der Lotto-OL gehört im Herbst einfach dazu.

Stephan Schliebener

 

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