Es war ein ganz normaler Mittwoch, dieser Mittwoch. Die Wandergruppe des Turnvereins Uelzen unter der Leitung des Spartenleiters Ralf Masché hatte, wie jeden Mittwoch, zum Wandern eingeladen. Doch an diesem Mittwoch war etwas anders: Es regnete nicht. Und auch der Himmel war nicht grau und wolkenverhangen – es war ein Bilderbuch-Mittwoch mit einer strahlenden Sonne am blauen Himmel. Entsprechend frohgemut waren die 52 Wandersleut‘, als sie pünktlich um neun Uhr mit dem Bus vom Terminal am Rathaus starteten. Wanderführerin Rosmarie Klautke kündigte eine Tour von rund neun Kilometern an – eine Distanz, die auch die Betagten der Gruppe noch schaffen.

Am Kanal zwischen Hafen und Emmendorf ging’s los. Durch Wald und Flur, über gefrorene Waldwege führte die Strecke – nur sehr ungern dachten die Wanderer darüber nach, wie es wohl gewesen wäre, hätte der Frost den Matsch nicht gefrieren lassen. Auch so mussten sie oft genug große Pfützen mit leichter Eisschicht weiträumig umgehen. Doch kann das einen fröhlichen Menschen verdrießen? Nein! Denn schließlich waren sie doch an diesem Tag, wie an jedem Mittwoch, zusammengekommen, um in harmonischer Runde einen aktiven Vormittag in der Natur zu verbringen. Und dabei auch noch etwas für die Gesundheit zu tun. Bewegung, auch wenn sie nicht schweißtreibend ist, wirkt sich positiv auf Körper und Seele aus, fordert Muskeln heraus, die auf dem heimischen Sofa erschlaffen.

Das Sofa taucht auch in dem Text von Gerhard Schöne auf, den dieser zu einem Lied geschrieben hat und der auf halber Strecke von Ralf Masché vorgetragen wurde:

Das Glück

„Es sitzt sich weich auf unserm Sofa. Gemütlichkeit im ganzen Haus.
Geschmackvoll wählten wir die Bilder zur Farbe der Gardinen aus.
Wir schließen nachts die Jalousien, hab´n neue Schlösser in der Tür.
Das Glück soll sich doch sicher fühlen als Dauermieter, dachten wir. …“

Ja, vieles wird erst im Nachhinein als Glück empfunden … Derer, die an diesem oder den vorangegangenen Tagen Geburtstag hatten, wurde mit einem vielstimmigen Lied gedacht. Dann ging es weiter. Wenig später blitzte der Oldenstädter See durch die Bäume, lag da in vollem Sonnenlicht – wann wird’s mal wieder Sommer?
Die Ilmenau-Aue entlang führte Rosmarie Klautke ihre Herde wieder zurück in die Stadt. Knapp drei Stunden hatte die Wanderung gedauert, die zu Beginn genannte km-Distanz war eingehalten worden, viele nette Gespräche waren untereinander unterwegs geführt worden – alle freuen sich schon auf den kommenden Mittwoch, wenn es wieder heißt: Wir treffen uns um neun Uhr am Busbahnhof am Neuen Rathaus.

 

(Folkert Frels)

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