Was ist Gesundheitssport?

Sport ist gesund, ist dann alles Gesundheitssport?

 

Der Aussage "Sport ist gesund" würden vermutlich die meisten Menschen und auch die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen zustimmen. Ist dann nicht jeder Sport Gesundheitssport? Wie unterscheidet er sich von den anderen Vereinsangeboten und wofür brauchen wir ihn? Die Kommission Gesundheit (DSB) hat 1995 eine Definition herausgebracht, die bis heute Bestand hat. Wenn Ihr auf die Felder klickt, kommt ihr auf weiterführende Infos und Services vom NTB.

"Gesundheitssport ist eine aktive, regelmäßige und systematische körperliche Belastung mit der Absicht, Gesundheit in all ihren Aspekten, d.h. köperlich und psychosozial, zu fördern, zu erhalten oder wiederherzustellen. Gesundheitssport [im Verein] umfasst

Gesundheitsförderliche Angebote

Präventionssport

sowie den Rehabilitationssport

Da Sport auch mit gesundheitsbezogenen Risiken verbunden sein kann, müssen die Inhalte dosiert und in Anlehnung an die Individuellen Voraussetzungen ausgewählt werden" (Kommission Gesundheit DOSB, 1995)"

 

 

Gesundheitssport - Ein tolles, aber nicht einfaches Thema für die Vereine!

Die Idee des Gesundheitssports ist schon in den 80er Jahren entstanden. Und wie alles auf der Welt entwickelt sich auch der Gesundheitssport weiter, verändert seine Strukturen und stellt Vereine immer wieder vor neue Herausforderungen. Wie wir den Gesundheitssport sehen, weißt Du von den Ausbildungen. Wenn Du es nocheinmal nachlesen möchtest, dann kannst Du das gerne hier nachholen:

 

Was wir meinen, wenn wir von Gesundheitssport sprechen

 

Was ist mit "nicht einfach" gemeint?

Dabei geht es zum einen in den Übungsstunden um eines der wichtigsten Güter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Ihre Gesundheit. Die Übungsleitung trägt in der Halle oder draußen die Verantwortung für ein selbstbestimmteres Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Auf Seiten der Organisation bedeuten Gesundheitssportangebote dann etwas mehr Aufwand, wenn sie in Zusammenarbeit mit den Kostenträgern erfolgen.

 

6 Kernziele

1998 hat der Deutsche Sportbund (jetzt: DOSB) die sechs Kernziele des Gesundheitssports formuliert. Grob gesagt: Je mehr Kernziele eine Übungsleitung bewusst in seine Stunden integriert, desto mehr hat das Angebot den Namen Gesundheitssport vedient.

  • Kernziel 1: Stärkung physischer Gesundheitsressourcen

    Dieses Ziel steht im Vordergrund der meisten Gesundheitssportprogramme. Es gilt für das Halte- und Bewegungssystem ebenso wie für das Herz-Kreislauf-System sowie für die meisten anderen inneren Organe und physischen Funktionsbereiche. Außerdem besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass eine Aktivierung auf folgende fünf Bereiche abzielen sollte: Förderung von Ausdauerfähigkeit, Kraftfähigkeit, Dehnfähigkeit, Koordinationsfähigkeit sowie Entspannungsfähigkeit. Diese fünf zentralen Fähigkeitsbereiche sind über die gesamte Lebensspanne duch gezielte Anforderungen trainierbar.

  • Kernziel 2: Stärkung psychosozialer Ressourcen

    Sie umfassen kognitive, emotionale und soziale Faktoren der Trainierenden, die einerseits zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen (Wohlbefinden, Körper-, evtl. auch Lebenszufriedenheit) und die andererseits günstige Voraussetzungen zur Bewältigung von gesundheitlichen Belastungen (Beschwerden, Missbefinden, Alltagsbelastungen, soziale Konflikte) darstellen. Konkrete Aspekte, die durch Gesundheitssport effektiv gestärkt werden können, sind:

    • Stimmungsmanagement (zur Verbesserung des Wohlbefindens)
    • Vermittlung von Handlungs- und Effektwissen zur kompetenten Durchführung von gesundheitssportlicher Aktivität;
    • Stärkung der Selbstwirksamkeit  zum selbstsicheren Umgang mit Barrieren (z.B. das Gefühl, keine Zeit zu haben oder einer körperlichen Anforderung nicht gewachsen zu sein).
    • Konkretisierung und Differenzierung von Konsequenzerwartungen, um realistische und erreichbare Handlungsziele für die gesundheitssportliche Aktivität herauszukristallisieren.
    • Entwicklung eines positiven Selbst- und Körperkonzepts, um mit sich selbst besser klar zu kommen und um eine positive emotionale Beziehung zum eigenen Körper aufzubauen.
    • Förderung und Erfahrung von sozialen Ressourcen, um sich in der Gruppe wohlzufühlen, aber auch um mehr Sicherheiten im Umgang mit anderen zu bekommen.

    Wie psychosoziale Ressourcen im Gesundheitssport gefördert werden können ist nachzulesen bei Brehm et al. (2002).

  • Kernziel 3: Verminderung von Risikofaktoren

    Aus den vorliegenden Studien wird deutlich, dass körperliche Fitness bzw. eine regelmäßige körperliche Beanspruchung von mindestens 800 kcal/Woche - besser 1000 bis 1500 kcal/Woche - entscheidend zur Meidung und Minderung von Risikofaktoren beitragen. Dies gilt einerseits für die Risikofaktoren, die im Metabolischen Syndrom zusammengefasst sind (u.a. Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte, Störungen des Fettstoffwechsels, Übergewicht) und darüber hinaus auch für weitere Risikofaktoren, insbesondere (neuro-)muskuläre Dysbalancen.

  • Kernziel 4: Bewältigung von Beschwerden und Missempfinden

    Der bisherige Forschungsstand zeigt, dass durch eine sportliche Aktivierung, die systematisch auf eine Stärkung der physischen sowie der psychosozialen Gesundheitsressourcen ausgerichtet ist, bei der Gruppe der durch Beschwerden belasteten Personen gleichzeitig eine Verminderung dieser Gesundheitsprobleme erreicht werden kann. Insbesondere eine problemzentrierte körperliche Beanspruchung kann bei einer Reihe von Beschwerden, von denen z.T. große Bevölkerungsgruppen betroffen sind (z.B. Rückenprobleme), auch zur Bewältigung dieser Beschwerden beitragen.

  • Kernziel 5: Bindung an gesundheitssportliche Aktivität

    Bindung bedeutet die regelmäßige Durchführung von gesundheitssportlichen Aktivitäten sowie das langfristige Dabeibleiben. Für die Planung und Durchführung von Gesundheitssportprogrammen erscheint beim gegenwärtigen Kenntnisstand besonders wesentlich:

    • Einbeziehung der Voraussetzungen der Teilnehmer (z.B. Übergewicht, Beschwerden, Riskikofaktoren)
    • Meidung von zeitlichen und körperlichen Überforderungen (z.B. nur ein Termin pro Woche, nicht mehr als zwei Stunden Zeitaufwand, sanfte Beanspruchung)
    • Eine möglichst kontinuierliche Stärkung von emotionalen, motivationalen, kognitiven sowie sozialen Gesundheitsressourcen

    Bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Verhaltensintervention sollten diese sowie weitere Merkmale (z.B. professioneller Kontext) einer erfolgreichen Bindung berücksichtigt werden. Angestrebt werden sollte im ersten Jahr normalerweise nicht mehr als ein regelmäßig realisierter Termin pro Woche bzw. 90 Minuten regelmäßig durchgeführte sportliche Aktivität pro Woche.

  • Kernziel 6: Verbesserung der Bewegungsverhältnisse

    Seit Beginn der 90er Jahre wird vermehrt gefordert, dass eine effektive, bewegungszentrierte Gesundheitsförderung, über verhaltensbezogene Interventionen hinaus, auch an den Verhältnissen der Lebens- und insbesondere der Bewegungsbedingungen der Bevölkerung anzusetzen habe. Bewegungsverhältnisse lassen sich vor allem verbessern durch:

    • profilierte Gesundheitssportprogramme;
    • qualifizierte LeiterInnen;
    • adäquate Räumlichkeiten und Geräte;
    • kommunale und regionale Vernetzung sowie Kooperation;
    • Qualitätssicherung und wissenschaftliche Evaluation.

    (aus: TITTELBACH, KURZ, HÄRTEL, BREHM & BÖS: Physische Ressourcen. Stärkung von physischen Ressourcen im Gesundheitssport, Frankfurt 2006)


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